… diese CB 250

Bereits als ich meine Frau kennen lernte, stand da bei ihren Eltern in der Garage diese Honda CB 250 aus dem Jahr 1976. Meine Liebste war mit dieser Maschine gefahren, bevor sie sich ihr erstes Auto kaufte. Bereits damals, also 1985, war das Moped vermutlich schon länger gestanden, als meine Frau es überhaupt benutzt hatte.

1987 hatte ich kein eigenes Auto und kam deswegen dann auf die Idee, dieses Gerät wieder in Benutzung zu nehmen. Tatsächlich sprang sie sogar an und fuhr. Eine Kompressionsprüfung ergab aber leider, dass es hier nicht mehr weit her war. Ich träufelte also etwas Öl in die Zündkerzenlöcher und wiederholte die Prüfung. Nun war die Kompression deutlich besser, was aber keine gute, sondern eine schlechte Nachricht war.

Warum? Weil ich jetzt wusste, dass nicht undichte Ventile der Grund für den Kompressionsverlust waren, sondern verschlissene Kolben und Zylinder. Eine recht aufwendige Reparatur, an die ich damals nicht so recht ran wollte. Kurz darauf legte ich mir dann doch ein Auto zu und so geriet die alte CB 250 wieder in Vergessenheit.

Soll wieder zum Leben erweckt werden: Der Motor der alten Honda CB 250 meiner Frau (Bild: Autor)

Allerhand Jahre gingen ins Land und mittlerweile hatten meine Kinder bereits Führerscheine. Mein Sohn hatte auch den Motorradführerschein gemacht, sich aber als armer Gymnasiast und später Student noch kein eigenes Fahrzeug leisten können. Ein Kommilitone erbot sich nun, ihm dabei zu helfen Mutters alte Honda wieder flott zu machen. Sohnemann hatte das schon eine Weile vorher im Sinn gehabt und bei eBay tatsächlich einen Satz Kolben und Zylinder aufgetrieben.

So wurde nun begonnen, das Vorhaben ins Werk zu setzen und man erzielte sogar Teilerfolge. Die nach langem Stehen verklebte Hydraulik der Vorderradbremse wurde wieder gangbar gemacht und der Motor schon mal ausgebaut. Aber das ist jetzt auch schon wieder eine Weile her, das Projekt der beiden jungen Männer war nämlich irgendwann im Sande verlaufen.

Elfie ist nun ja schon ein recht ältliches Mädchen und daher hin und wieder kränklich. Damit ich sie dann bequem doktern kann, hat sie jetzt ihren persönlichen OP-Tisch (Bild: Autor)

Am Donnerstag habe ich nun meine Werkstatt aufgeräumt und mir den ausgebauten Motor schon mal auf der Werkbank zurechtgelegt. Jetzt wollen wir mal sehen. Allerdings muss ich zunächst noch meiner Elfie einen neuen Lichtmaschinenstator verpassen, der mir am Freitag geliefert wurde. Und schon seit Mittwochabend steht in meiner Werkstatt auch eine wunderschöne Motorradhebebühne, damit ich kommoder an der Elfie und demnächst wohl auch an der CB 250 schrauben kann.

Tja, und da ist dann auch noch dieses Herkules Zweigang-Mofa, das schon seit über 20 Jahren darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden…