Zuwachs in der Werkstatt

Heute habe ich mir mal wieder ein paar neue Werkzeuge geleistet. Ein neues Bohrfutter für die Tischbohrmaschine und einen Gewindeschneidsatz. Sowas kann man sich unter anderen in einem Landtechnik-Laden besorgen. Bauern schrauben heute auch viel und zwar an ihre Landmaschinen. Deswegen kauft man heutzutage, wo die Eisenwarenläden fast ausgestorben sind, dort, wo sich auch die Bauern so etwas besorgen. Die sind nämlich schlauer als der Durchschnittsverbraucher. Sie sehen auf Qualität und Preis und deswegen ist man gut beraten, wenn man da kauft, wo auch die Bauern kaufen.

Wer ordentlich werkeln will, braucht auch ordentliches Werkzeug. Löcherli zu bohren, gehört in einer anständigen Schrauberbude einfach dazu. Genauso wie Schraubenschlüssel und eine Motorrad-Hebebühne. Und zuweilen muss man in die Löcherli auch Gewindli schneiden. Und deswegen hab ich mir jetzt endlich mal einen gescheiten Satz Schneideisen, Gewindebohrer und zugehörige Kernlochbohrer angeschafft. Außerdem war ein neues Bohrfutetr für die Bohrmaschine fällig.

Man kauft gut, wo der Landmann kauft

Geschäfte und Werkstätten für Landtechnik sind eine gute Adresse für Schrauber auf gehobenem Niveau und andere Hardcore-Heimwerker. Der Bauer, von dem ich vor Jahren meinen Amboss kaufte, hatte einen bestens ausgerüstete mechanische Werkstätte zuhause, die mich vor Neid erblassen ließ. Die Landmaschinenwerkstätten seien heutzutage so teuer, verriet er mir, dass dem Landmann gar nichts anderes übrig bliebe, als sein Maschinenpark selbst zu warten und zu reparieren. Und das Zeux dazu bekommen sie heutzutage im Landtechnik-Laden.

Bohrfutter und Gewindeschneidsatz
Ein neues Bohrfutter und ein schicker Gewindeschneidsatz für den lieben Fokko (Bild: Autor)

Anscheinend haben die Landmaschinenwerkstätten aber trotzdem noch genug Arbeit. Aber sie sind heute auch auf selbst schraubende Land- und Forstwirte eingestellt: Man bekommt dort nämlich alle möglichen und unmöglichen Teile. Zum Beispiel auch Material um Bowdenzüge selbst zu konfektionieren: Drahtseil als Meterware, auch Bougierrohre oder wie diese Außenhüllen von Bowdenzügen heißen, Nippel zum Löten und Schrauben.

In den Neunzigern hab ich in einer Landmaschinenwerkstatt sogar noch so einen Regulierebel bekommen, wie man sie an uralten Motorrädern für die Betätigung der Luftklappe findet. Ich wette, sowas gibt es auch heute noch da, denn diese Dinger werden immer noch als Gashebel für kleine Motorgeräte wie Motorhacken verwendet. Und bei einem anderen, so habe ich neulich erfahren, bekommt man sogar zöllige Schrauben.

Werkzeug aus dem Landtechnik-Laden

Ausrüstung zum Bohren und Gewindeschneiden sind offenbar auf einem modernen Bauernhof gängige Haushaltswaren. Jedenfalls bekommt man sowas problemlos beim Landtechnik-Laden meines geringsten Misstrauens. Schraubenschlüssel und dergleichen sowieso. Und zwar in Profiqualität, keine Baumarkt-Ware.

Bohrfutter aus dem Landtechnik-Laden  in Bohrmaschine
Das Bohrfutter ist schon eingebaut (Bild: Autor)

Leider sind die beiden alten Bohrfutter für meine Tischbohrmaschine alle beide mulo. Das eine war bei der Maschine dabei gewesen und von Anfang an Müll. Jetzt geht es gar nicht mehr. Obwohl die Maschine selbst gar nicht so schlecht ist und mir schon viele Jahre gute Dienste geleistet hat. Mein anderes Bohrfutter habe ich auf dem Flohmarkt ergattert. Das war ein professionelles aber irgendwann ist es fest gegangen und ich weiß nicht, ob ich es noch mal zum Funktionieren bringen.

Also habe ich mir heute im Landtechnik-Laden ein neues Bohrfutter mit dem passenden Morsekegel besorgt. War überhaupt kein Problem.

Und was das für ein Landtechnikladen ist? Natürlich ein Stabilo. Davon habe ich gleich zwei in Reichweite. Einen kleinen in Aalen-Waldhausen. Der ist offensichtlich inhabergeführt und ich staune immer wieder was es dort alles gibt. Sollte der nicht ausreichen, gibt in Steinheim am Albuch bei Heidenheim einen großen Stabilo-Markt, in dem man einen Gaul tot reiten kann. Früher war da mal ein Möbelhaus drin, deswegen gibt’s da jede Menge Platz. Da gehe ich auch ab und zu hin. Wenn man sich dort mal so richtig umguckt, ist man hinterher ähnlich geschlaucht wie nach einem Messebesuch.