Auch das Pfingstwochenende brachte uns dieses Jahr nicht das prickelnste Wetter. Zu einer kleinen Ostalb-Motorradtour reichte es dann aber am Pfingstmontag doch noch. Wenigstens einmal Motorrad an diesem doch hauptsächlich verregneten verlängerten Wochenende.
Der Freitag bot ja noch einigermaßen brauchbares Wetter, sodass ich meine Videoclips zu den Bergstrecken auf der Ostalb drehen konnte. Den Samstag brachte ich dann großenteils mit dem Verarbeiten des Materials zu. Der Sonntag war mehr oder weniger total verregnet. Neben einem Hundespaziergang in den Wald war da also vor allem World of Warcraft angesagt.
Ich habe ja das Glück, in einer Gegend zu wohnen, die wie für Motorradfahrer gemacht ist. Am Arsch der Welt im Dornenschlehengäu. Nicht nur, dass es auf dem Härtsfeld, dem Albuch und der Gerstetter Alb sowie im schwäbischen Wald jede Menge kleine, kurvige und bucklige Sträßlein gibt, es gibt auch schöne Ausflugsziele und nicht zuletzt die eine oder andere recht interessante Bergstrecke. Allesamt können sich zwar vom Anspruch her nicht mit Alpenpässen messen, aber zum Üben sind sie recht gut geeignet. Sehen wir uns also einmal die eine oder andere der Bergstrecken auf der Ostalb an.
Letztes Jahr überraschte Milwaukee ja mit einer Reiseenduro, der Harley-Davidson Pan America. Mittlerweile kommt von diesem Motorrad bereits das zweite Modell heraus. Dabei wurden einige ärgerliche Kleinigkeiten beseitigt, die der Erstling noch aufwies.
Die Motorräder von Ducati haben bei uns zwar keinen großen Marktanteil, befinden sich aber derzeit im Aufwind. Wenn es die Marke als Motorradhersteller auch noch nicht so lange gibt wie andere, ist sie doch eine Traditionsmarke. Wenn man so will, gehört Ducati so wie Laverda, Moto Guzzi und MV Agusta zu den klassischen Italienerinnen. Schon seit vielen Jahren gibt es bei Ducati eine technische Besonderheit – die desmodromische Ventilsteuerung.
Die Firma Ducati gibt es schon ähnlich lange wie BMW und Moto Guzzi. Motorräder von Ducati aber erst seit den vierziger Jahren. Begonnen hat es 1926 mit elektronischen Bauteilen für Radios. Nach dem Krieg versuchte sich Ducati zunächst an einem Fahrradhilfsmotor. Schon bald kamen aber auch komplette Motorräder hinzu.
Radios und Motorräder von Ducati
1953 wurden die beiden Geschäftsbereiche Elektronik und Motorräder in zwei eigene Firmen aufgeteilt. Konstruktion und Fertigung der Motorräder von Ducati fanden schon damals in Bologna statt, was ich bis heute nicht geändert hat.
Das erste Motorrad aus Bologna war die Ducati 60. Sie besaß eine verbesserte Version des Fahrradhilfsmotors, ein Dreiganggetriebe und einen Starrrahmen. Größere Motorräder folgten. Zunächst waren die Motorräder von Ducati aber mit stehenden Einzelindern motorisiert. Wie auch bei den deutschen Motorradmarken baute man kleine, einfache Motorräder, um den kleinen Mann zu motorisierten, der sie noch kein Auto leisten konnte. Daneben war Ducati aber auch bereits im Rennsport aktiv.
Der zweite Motorradboom
Als auch in Italien Autos immer erschwinglicher wurden, waren die kleinen Motorräder der Fünfziger nicht mehr gefragt. Das Unternehmen aus Bologna überlebte jedoch und so konnten die Motorräder von Ducati beim zweiten Motorradboom durchstarten. Zunächst waren es noch die Einzylinder, mit denen Ducati auch im Rennsport erfolgreich war. Doch 1970 kam auch der bis heute für Ducati typische längs eingebaute Zweizylinder-V-Motor mit 90° Bankwinkel, der bis heute für die Marke typisch ist. 1974 endete dann die Produktion der Einzylinder.
Die aktuelle Ducati Streetfighter V2 (Bild: Ducati Pressefoto)
Kurz vor dem V-Motor kam auch die desmodromische Ventilsteuerung, die bereits damals selten war und heute Alleinstellungsmerkmal von Ducati ist. Die Modelle mit V-Motor besaßen zunächst Königswellen als Nockenwellenantriebe wie es sie auch bereits ab 1955 in den Einzylindern gab. Ab 1977 verbaute Ducati jedoch Zahnriementriebe in der Steuerung.
Motorräder von Ducati heute
Mittlerweile gehört Ducati als Teil von Lamborghini zu Audi und damit zu VAG. Offenbar ist die traditionelle Motorradmarke unter diesem Dach gut aufgehoben. Die Motorräder von Ducati erfreuen sich derzeit steigender Beliebtheit. In Argentinien sind besonders die Scrambler beliebt. Aufgrund dessen und der hohen Einfuhrzölle für fertige Motorräder sollen diese ab Ende des Jahres im VW-Werk in Cordoba auch montiert werden.
Wenig bekannt ist vielleicht, dass Volkswagen und Ducati zusammengehören. Über die Audi AG gehört die legendäre italienische Motorradmarke Ducati schon seit einiger Zeit zum VAG-Konzern. Aktuell sollen die Scrambler-Modelle von Ducati nun auch im argentinischen Volkswagenwerk gebaut werden. Hintergrund ist offensichtlich, dass diese Motorräder in Argentinien recht beliebt sind.